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23.8.2019 : 3:41

Überblick

LTE (Long Term Evolution)

Datenrate(n) Down-/Upload

  • bis zu 100Mbit/s Downlink
  • bis zu 50Mbit/s Uplink
  • Voraussichtlich hohe Marktverfügbarkeit und Verbreitung
  • Hohe Reichweite auf dem Land durch Nutzung der Digitalen Dividende
  • Ausbauverpflichtung zur Versorgung ländlicher Räume
  • "Shared Medium" - Alle Nutzer einer Funkzelle teilen sich den verfügbaren Downstream

Mobilfunk - Fortsetzung

Für die Mobilfunkanbieter hat dies zur Konsequenz, dass sie nun ihren Netzaufbau auch gezielt dahin ausrichten müssen, einen möglichst flächendeckend dem Bedarf entsprechenden Ausbau der Datendienste zu gewährleisten. Denn nicht nur die Applications auf den Mobiltelefonen, sondern auch die Nutzung des Internets per Laptop wurde durch entsprechende Tarife nun erschwinglich. Dabei sind zwei Faktoren für eine zufriedenstellende Nutzbarkeit der Dienste zu gewährleisten: Einerseits die Bereitstellung einer der Nachfrage entsprechenden Dienstverfügbarkeit, also zum Beispiel eine HSDPA-Funkversorgung. Andererseits ist aber auch die Kapazität im Netz des Anbieters selbst von großer Bedeutung, also in seinem sogenannten Backbone und in den Zuführungen zu den Mobilfunkstandorten. Die Menge der aufkommenden Daten sind auch hier ohne Verzögerung zu transportieren und abzuarbeiten. Insbesondere der zweite Faktor ist als wesentlich zu bewerten und dürfe wohl auch ein Grund für das Fehlen von "echten Flatrates" bei Mobilfunkdatenzugängen sein. Bis zu 20GB im Monat sind auf dem Markt mit vollem Geschwindigkeitszugang momentan erhältlich. Weitere Grenzen sind beispielsweise 5, 3 oder 1GB. Nach dem Erreichen dieser Datenmenge wird, je nach Vertragsgestaltung, bis zum nächsten Kalendermonat auf eine Geschwindigkeit auf GPRS-Niveau gedrosselt. Der schnelle Zugang kann also durch die Nutzung von datenintensiven Diensten, wie zum Beispiel Videoportalen oder umfangreichen Updates, rasch aufgebraucht sein.

Eine Versorgung mit EDGE ist für viele einfache Anwendungen und E-Mail-Versand ausreichend. Als Ersatz für kabelgebundene Internetzugänge, zum Beispiel eines DSL-Anschlusses, ist allerdings eine HSPDA-Versorgung vorzuziehen. Angeboten wird dieser Dienst in Ausbaustufen von 3,6Mbit/s bis 42,2Mbit/s. Der Versorgungsgrad und die Geschwindigkeit variieren sehr stark abhängig vom Netzbetreiber. Deshalb sollte eine Überprüfung der Netzabdeckung, vor allem bei vorwiegend stationärem Einsatz eines HSPA-Modems, zwingend erfolgen. Der Zugang zum Internet kann sowohl per Datenkarte, USB-Stick oder mittlerweile auch per UMTS-Router erfolgen. Die Vernetzung von mehreren Rechnern hinter dem Router ist per Mobilfunk, auch wie bei einem kabelgebundenen Internetzugang, einfach einzurichten.

Mit LTE wird nun der nächste Schritt im Mobilfunk erfolgen und es scheint, als ob sich diese Technologie schneller verbreiten wird, als es bei UMTS der Fall war. Durch Ausbauvorgaben seitens der Bundesnetzagentur und einen im Vergleich zur letzten Auktion geringen Auktionsergebnis von über 4Mrd. Euro scheint sich der Start von LTE im Markt einfacher zu gestalten. Theoretisch können Geschwindigkeiten von 100Mbit/s pro Funkzelle erreicht werden. Auf dem Land, über die Digitale Dividende, sollen zunächst 3Mbit/s angeboten werden. Der breite Ausbau erfolgt zur Zeit in der Fläche. Interessant wird dabei sein, welche Geschwindigkeiten von den Netzbetreibern langfristig zur Verfügung gestellt und welche Datenvolumen darin inkludiert sein werden. Diese Kriterien werden auch mit darüber entscheiden, ob sich LTE zu einer Alternative für kabelgebundene breitbandige Internetanschlüsse entwickeln wird.

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