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18.10.2019 : 19:59

Breitbandanwendungen

in landwirtschaftlichen Betrieben:

  • Datenerfassung und elektronische Übermittlung (Milchquoten)
  • Zeitgesteuerte Fütterungen

in Handelsbetrieben und im Handwerk:

  • eCommerce
  • Online-Shops
  • Autmatisiertes Ordern
  • Dokumentationen zu Produkten

in kreativen Branchen und bei Selbstständigen:

  • Übermittlung von Präsentationen
  • Heimarbeit per VPN (Virtual Private Network)
  • Online-Beratung
  • Angebotserstellung

Warum Breitband? - Fortsetzung

Insbesondere für Gewerbetreibende ist die fehlende Breitbandinfrastruktur ein großer Nachteil. Größere Unternehmen haben bei einer längeren Ortsansässigkeit oftmals Ihren Bedarf nach Infrastruktur schon selbst gedeckt. Bei einer Standortsuche ist die verfügbare Telekommunikationsinfrastruktur allerdings auch bei diesen Betrieben ein entscheidendes Kriterium. Ein schlecht mit Breitband versorgter Standort hat kaum eine Chance bei der Neuansiedlung eines Unternehmens.

Noch fataler sieht es hingegen bei kleinen Unternehmen aus, welche schon lange an einem Standort ansässig sind und sich den veränderten Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt sehen. Im Besonderen sind hier kreative Branchen, wie zum Beispiel Werbeagenturen oder Architekturbüros betroffen, welche mit großen, aufwendigen Grafiken und Präsentationen arbeiten. Während Konkurrenzbetriebe sich eklatante Kosten- und Zeitvorteile durch die digitale Abwicklung der Aufträge verschaffen können, muss das digital benachteiligte Unternehmen alle Entwürfe teuer drucken und anschließend noch zeitraubend an den Kunden versenden. Oftmals ist nur ein Standortwechsel der Ausweg, um konkurrenzfähig zu bleiben. Wobei in diesem Fall dem eben schon genannten Kriterium "Breitbandverfügbarkeit" dann eine noch stärkere Gewichtung zufällt.

Leidtragend ist aber nicht nur das Gewerbe, sondern auch die betroffenen Kommunen selbst. Diese haben die Abwanderung von Betrieben und den damit einhergehenden Verlust von Steuern und Arbeitsplätzen zu kompensieren. Somit ist auf lange Sicht eine finanzielle Einbuße im Haushalt die Folge, welche nur schwer bis gar nicht aufzufangen ist: Denn die Attraktivität einer Gemeinde leidet massiv unter fehlender oder unzureichender Bereitbandinfrastruktur!

Auch für Privathaushalte ist die Verfügbarkeit eines schnellen Internetzuganges mittlerweile zu einem kaum verzichtbaren Gut gereift. Die Vermietung oder gar der Verkauf von Immobilien in unterversorgten Regionen gestaltet sich schwierig. Man kann davon ausgehen, dass zumindest internetaffine Personen sich im Vorfeld schon über die ungefähre Breitbandversorgung einer Wohnung informieren. Neuansiedlungen junger und finanzkräftiger Familien werden in einer breitbandfreien Region weitgehend ausbleiben.

Ein schneller Internetanschluss kann für den Privathaushalt aber auch von existentieller Natur sein. Ein über VPN eingerichteter Heimarbeitsplatz, der mit dem Firmenintranet verbunden ist, benötigt einen zuverlässigen und schnellen Internetzugang. Recherchen für Hausaufgaben am Computer sind für Schüler ebenso unerlässlich geworden.

Es gibt also eine Vielzahl von Gründen für die unabdingbare Verfügbarkeit von Breitbandinternetzugängen. Der damit einhergehende Handlungsbedarf, auf Seiten der Kommunen, ihren Standort durch eine leistungsfähige Telekommunikations- und Datenübertragungsinfrastruktur wettbewerbsfähig zu gestalten, ist offensichtlich.